PRESSEINFORMATION | aktualisiert am 01. Oktober 2026
Von Googles KI für tot erklärt: Namensverwechslung trifft freie Rednerin aus Brühl
Die freie Rednerin Tanja Rauth aus Brühl wurde von Google KI mit einer verstorbenen Namensvetterin aus Essen verwechselt. Bei der Suche nach ihr verband die KI Informationen aus dem tatsächlichen beruflichen Leben der Brühlerin mit dem Tod der anderen Frau. Damit erklärte sie eine lebende Unternehmerin für verstorben.
Inzwischen unterscheidet Googles KI die beiden Frauen. Bis dahin änderten sich die Antworten jedoch mehrfach: Auf die falsche Todesmeldung folgte eine korrekte Unterscheidung, später tauchte die Verwechslung erneut auf. Zwischenzeitlich thematisierte die KI sogar selbst die vorangegangene Falschinformation. Eine persönliche Antwort oder Erklärung von Google hat Tanja Rauth bis heute nicht erhalten.
Zwei Frauen mit demselben Namen
Im vergangenen Jahr verstarb in Essen eine Frau namens Tanja Rauth. Anfang 2026 stießen Menschen aus dem Umfeld der Brühler freien Rednerin auf die Todesanzeige der Namensvetterin und hielten sie zunächst für ihre.
Dass zwei Menschen denselben Namen tragen, ist nichts Ungewöhnliches. Hinter der Todesanzeige steht eine Familie, die einen Menschen verloren hat. Die verstorbene Tanja Rauth und ihre Angehörigen haben mit der entstandenen Situation nichts zu tun.
Das Problem begann dort, wo aus zwei unterschiedlichen Menschen in der digitalen Suche plötzlich eine Person wurde.
Als Google aus zwei Biografien eine macht
Monate später stellte Tanja Rauth fest, dass Googles KI Informationen zu beiden Frauen miteinander verknüpft. Bei entsprechenden Suchanfragen erschien nicht lediglich die Todesanzeige der Namensvetterin. Die KI ordnete deren Tod der freien Rednerin aus Brühl zu und erklärte damit eine lebende Unternehmerin für verstorben.
Besonders problematisch: Gleichzeitig flossen Informationen aus dem tatsächlichen beruflichen Leben von Tanja Rauth in die Antworten ein. So entstand eine scheinbar schlüssige Biografie – nur gehörten Teile davon zu zwei verschiedenen Frauen.
Tanja Rauth ist seit 2019 als freie Rednerin tätig und arbeitet unter dem Namen „Die Glücksbotschafterin“. Paare finden sie über ihre Website und über Google, wenn sie nach einer freien Rednerin und Informationen rund um freie Trauungen suchen. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das neurodiverse Heiraten.
Was passiert, wenn Google eine Selbstständige für tot erklärt?
Welche konkreten wirtschaftlichen Folgen die falsche Todesmeldung bereits hatte, lässt sich nicht beziffern. Tanja Rauth kann nicht wissen, wie viele Menschen ihren Namen gesucht, die KI-Antwort gelesen und anschließend ihre Suche beendet haben.
Genau darin liegt das Problem.
Wer eine freie Rednerin für die eigene Hochzeit sucht, recherchiert Angebote, liest Websites und schaut sich Profile an, bevor eine Anfrage verschickt wird. Erhält ein potenzielles Brautpaar während dieser Recherche die Information, dass die gesuchte Rednerin verstorben sei, wird es kaum auf die Idee kommen, sicherheitshalber trotzdem nach einem Kennenlerngespräch zu fragen.
Ob und wie viele Anfragen Tanja Rauth dadurch tatsächlich verloren gegangen sind, lässt sich nicht feststellen. Wer die Information liest, sie sei verstorben, und deshalb von einer Anfrage absieht, wird für sie schließlich nie als potenzieller Kunde sichtbar.
„Ich habe Jahre damit verbracht, im Netz sichtbar und gut auffindbar zu werden. Und dann braucht eine KI nur mit dem Brustton der Überzeugung zu behaupten, ich sei verstorben. Wer stellt das ernsthaft infrage, wenn die Antwort so eindeutig formuliert ist?“
Eine Korrektur, die zunächst nicht von Dauer war
Hinzu kommt, dass die Darstellung durch Googles KI nicht konstant geblieben ist. Tanja Rauth hat verschiedene Versionen der Antworten dokumentiert. Zwischenzeitlich wurde sie eindeutig als verstorben dargestellt. Später unterschied die KI die beiden Frauen voneinander. Danach tauchten erneut falsche Zuordnungen auf.
Damit wurde aus einer einmaligen Falschinformation ein weiteres Problem: Wie bringt ein Mensch einer KI nachhaltig bei, dass zwei Menschen mit demselben Namen tatsächlich zwei unterschiedliche Menschen sind?
Tanja Rauth hat den Vorgang bei Google gemeldet und ausdrücklich darum gebeten, die Informationen zu den beiden Namensvetterinnen technisch voneinander zu trennen. Eine persönliche Antwort, eine Support-E-Mail oder eine Erklärung des Unternehmens erhielt sie darauf bislang nicht.
Inzwischen kennt die KI sogar ihre eigene Verwechslung
In den darauffolgenden Tagen veränderten sich die Antworten erneut. Googles KI begann zwischenzeitlich, die frühere Verwechslung selbst zu thematisieren. Spätere Antworten enthielten auch Aussagen dazu, dass entsprechende Falschinformationen bei unterschiedlichen KI-Systemen aufgetreten seien.
Diese Antworten sind keine offizielle Stellungnahme von Google. Woher die KI ihre Informationen über den Vorgang bezieht und wie der Fehler technisch entstanden ist, lässt sich daraus nicht ableiten.
„Auf meinen eigenen Nachruf hätte ich gerne verzichtet“
Tanja Rauth selbst kann der Geschichte durchaus eine absurde Seite abgewinnen. Die hört allerdings dort auf, wo aus der kuriosen Verwechslung eine Falschinformation wird, die auch ihre berufliche Sichtbarkeit betrifft.
„Natürlich hat es etwas Skurriles, den eigenen Nachruf zu lesen. Darauf hätte ich allerdings sehr gut verzichten können. Was mir wirklich Sorgen macht, ist etwas anderes: Ich habe Jahre damit verbracht, im Netz sichtbar und gut auffindbar zu werden. Und dann braucht eine KI nur mit dem Brustton der Überzeugung zu behaupten, ich sei verstorben. Wer stellt das ernsthaft infrage, wenn die Antwort so eindeutig formuliert ist?
Inzwischen scheint die KI verstanden zu haben, dass hier zwei völlig unterschiedliche Frauen mit demselben Namen gemeint sind. Die verstorbene Tanja Rauth aus Essen hat ihre eigene Geschichte und Menschen, die um sie trauern. Und ich habe meine. Genau diese beiden Identitäten muss eine Suchmaschine auseinanderhalten können.
Für mich als Selbstständige geht es deshalb um mehr als eine skurrile Verwechslung. Wenn Menschen mich suchen und die Auskunft bekommen, dass ich tot bin, kann das meine Arbeit unmittelbar betreffen. Deshalb ist meine Botschaft inzwischen ziemlich einfach: Mich gibt es weiterhin. Ich arbeite. Und ja – mich kann man auch buchen.“
Wenn KI zur Informationsquelle wird
Der Fall wirft eine Frage auf, die weit über eine Namensverwechslung hinausgeht: Was passiert, wenn eine KI nicht nur einen falschen Fakt wiedergibt, sondern Informationen über zwei reale Menschen zu einer scheinbar plausiblen Biografie zusammensetzt?
Inzwischen ist die Geschichte noch um eine Ebene reicher. Googles KI unterscheidet die beiden Frauen mittlerweile voneinander und hat zwischenzeitlich sogar selbst die frühere Verwechslung thematisiert. Dabei haben sich auch die Erklärungen verändert, wie es zu der falschen Zuordnung gekommen sein soll. Zuletzt hieß es, entsprechende Fehlinformationen seien bei unterschiedlichen KI-Systemen aufgetreten.
Und damit landet Tanja Rauth wieder bei derselben Frage, mit der die Geschichte begonnen hat: Wie verlässlich ist eine Antwort, wenn die KI nicht nur eine Information liefert, sondern inzwischen auch erklärt, warum eine frühere Information falsch war?
„Dass ich nicht verstorben bin, konnte ich ziemlich leicht überprüfen. Bei der Erklärung, warum eine KI mich für tot erklärt hat, wird es schon schwieriger. Und bei all den Dingen, die ich eine KI frage, weil ich die Antwort gerade nicht kenne, erst recht. Genau das ist der Punkt, der mir an dieser Geschichte inzwischen am meisten zu denken gibt.“
Für Betroffene bleibt außerdem kaum nachvollziehbar, wer eine falsche Antwort bereits gesehen hat, wer sie geglaubt und möglicherweise seine Entscheidung daraufhin getroffen hat. Gerade die Eindeutigkeit, mit der KI-generierte Antworten formuliert werden können, macht Fehler dieser Art problematisch: Wer eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage erhält, braucht schließlich erst einmal einen Grund, an dieser Antwort zu zweifeln.
Bereits in den Medien
Radio Erft hat den Fall im September 2026 aufgegriffen und über die Verwechslung und die falsche Todesmeldung berichtet.
[Beitrag von Radio Erft ansehen]
EXPRESS | 28. September 2026
Unter der Überschrift „Brühlerin muss beweisen, dass sie lebt – bis KI ihr glaubt“ berichtet der EXPRESS ausführlich über die Verwechslung, Tanja Rauths Versuche, die falschen Angaben korrigieren zu lassen, und die möglichen Folgen einer solchen KI-generierten Falschinformation für eine Selbstständige.
Über Tanja Rauth
Tanja Rauth ist freie Rednerin aus Brühl bei Köln und seit 2019 als „Die Glücksbotschafterin“ tätig. Sie gestaltet freie Trauungen, Erneuerungen von Eheversprechen sowie Willkommenszeremonien für Kinder und Hunde.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das neurodiverse Heiraten. Dabei beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Hochzeiten so gestaltet werden können, dass sie zu den Menschen und ihren individuellen Bedürfnissen passen.
Tanja Rauth arbeitet vor allem in Brühl, Köln, Bonn und Nordrhein-Westfalen und ist auch überregional als freie Rednerin tätig.
Pressekontakt
Tanja Rauth
Die Glücksbotschafterin
Freie Rednerin
Brühl bei Köln
E-Mail: Tanja@diegluecksbotschafterin.de
Telefon: 0151 42338226
