Googles KI erklärt Tanja Rauth fälschlicherweise für tot

PRESSEINFORMATION | September 2026

Von Googles KI für tot erklärt: Namensverwechslung trifft freie Rednerin aus Brühl

Die freie Rednerin Tanja Rauth aus Brühl wird von Googles KI mit einer verstorbenen Namensvetterin aus Essen verwechselt. Was zunächst wie eine kuriose Verwechslung klingt, hat für die Selbstständige eine sehr ernste Seite: Wer nach ihr und ihrer Arbeit sucht, konnte zeitweise die eindeutige Auskunft erhalten, sie sei verstorben. Für eine Unternehmerin, die darauf angewiesen ist, online gefunden und angefragt zu werden, ist das mehr als ein kurioser KI-Fehler.

Zwei Frauen mit demselben Namen

Im vergangenen Jahr verstarb in Essen eine Frau namens Tanja Rauth. Anfang 2026 stießen Menschen aus dem Umfeld der Brühler freien Rednerin auf die Todesanzeige der Namensvetterin und hielten sie zunächst für ihre.

Dass zwei Menschen denselben Namen tragen, ist nichts Ungewöhnliches. Und hinter der Todesanzeige steht eine Familie, die einen Menschen verloren hat. Die verstorbene Tanja Rauth und ihre Angehörigen haben mit der entstandenen Situation nichts zu tun.

Das Problem beginnt dort, wo aus zwei unterschiedlichen Menschen in der digitalen Suche plötzlich eine Person wird.

Als Google aus zwei Biografien eine macht

Monate später stellte Tanja Rauth fest, dass Googles KI Informationen zu beiden Frauen miteinander verknüpft. Bei entsprechenden Suchanfragen erschien nicht lediglich die Todesanzeige der Namensvetterin. Die KI ordnete deren Tod der freien Rednerin aus Brühl zu und erklärte damit eine lebende Unternehmerin für verstorben.

Besonders problematisch: Gleichzeitig flossen Informationen aus dem tatsächlichen beruflichen Leben von Tanja Rauth in die Antworten ein. So entstand eine scheinbar schlüssige Biografie – nur gehörten Teile davon zu zwei verschiedenen Frauen.

Google-KI-Antwort vom 11. September 2026: Die Antwort bezeichnet Tanja Rauth als freie Rednerin und „Glücksbotschafterin“ aus Brühl und behauptet anschließend, sie sei am 9. Oktober 2025 verstorben. Gleichzeitig werden Fotos der lebenden Tanja Rauth angezeigt. Screenshot: Tanja Rauth

Tanja Rauth ist seit 2019 als freie Rednerin tätig und arbeitet unter dem Namen „Die Glücksbotschafterin“. Paare finden sie über ihre Website und über Google, wenn sie nach einer freien Rednerin und Informationen rund um freie Trauungen suchen. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das neurodiverse Heiraten.

Was passiert, wenn Google eine Selbstständige für tot erklärt?

Welche konkreten wirtschaftlichen Folgen die falsche Todesmeldung bereits hatte, lässt sich nicht beziffern. Tanja Rauth kann nicht wissen, wie viele Menschen ihren Namen gesucht, die KI-Antwort gelesen und anschließend ihre Suche beendet haben.

Genau darin liegt das Problem.

Wer eine freie Rednerin für die eigene Hochzeit sucht, recherchiert Angebote, liest Websites und schaut sich Profile an, bevor eine Anfrage verschickt wird. Erhält ein potenzielles Brautpaar während dieser Recherche die Information, dass die gesuchte Rednerin verstorben sei, wird es kaum auf die Idee kommen, sicherheitshalber trotzdem nach einem Kennenlerngespräch zu fragen.

Ob und wie viele Anfragen Tanja Rauth dadurch tatsächlich verloren gegangen sind, lässt sich nicht feststellen. Wer die Information liest, sie sei verstorben, und deshalb von einer Anfrage absieht, wird für sie schließlich nie als potenzieller Kunde sichtbar.

„Ich habe Jahre damit verbracht, im Netz sichtbar und gut auffindbar zu werden. Und dann braucht eine KI nur mit dem Brustton der Überzeugung zu behaupten, ich sei verstorben. Wer stellt das ernsthaft infrage, wenn die Antwort so eindeutig formuliert ist?“

Eine Korrektur, die nicht von Dauer ist

Hinzu kommt, dass die Darstellung durch Googles KI nicht konstant geblieben ist. Tanja Rauth hat verschiedene Versionen der Antworten dokumentiert. Zwischenzeitlich wurde sie eindeutig als verstorben dargestellt. Später unterschied die KI die beiden Frauen voneinander. Danach tauchten erneut falsche Zuordnungen auf.

Damit wurde aus einer einmaligen Falschinformation ein weiteres Problem: Wie bringt ein Mensch einer KI nachhaltig bei, dass zwei Menschen mit demselben Namen tatsächlich zwei unterschiedliche Menschen sind?

Tanja Rauth hat den Vorgang bei Google gemeldet und ausdrücklich darum gebeten, die Informationen zu den beiden Namensvetterinnen technisch voneinander zu trennen.

„Auf meinen eigenen Nachruf hätte ich gerne verzichtet“

Tanja Rauth selbst kann der Geschichte durchaus eine absurde Seite abgewinnen. Die hört allerdings dort auf, wo aus der kuriosen Verwechslung ein Problem für ihre berufliche Existenz wird.

„Natürlich hat es etwas Skurriles, den eigenen Nachruf zu lesen. Darauf hätte ich allerdings sehr gut verzichten können. Was mir wirklich Sorgen macht, ist etwas anderes: Ich habe Jahre damit verbracht, im Netz sichtbar und gut auffindbar zu werden. Und dann braucht eine KI nur mit dem Brustton der Überzeugung zu behaupten, ich sei verstorben. Wer stellt das ernsthaft infrage, wenn die Antwort so eindeutig formuliert ist?

Ich versuche seitdem, Google nachhaltig beizubringen, dass hier zwei völlig unterschiedliche Frauen mit demselben Namen existieren beziehungsweise existiert haben. Die verstorbene Tanja Rauth aus Essen hat ihre eigene Geschichte und Menschen, die um sie trauern. Und ich habe meine. Genau diese beiden Identitäten muss eine Suchmaschine auseinanderhalten können.

Für mich als Selbstständige geht es deshalb um mehr als eine skurrile Verwechslung. Wenn Menschen mich suchen und die Auskunft bekommen, dass ich tot bin, kann das meine Arbeit unmittelbar betreffen. Deshalb ist meine Botschaft inzwischen ziemlich einfach: Mich gibt es weiterhin. Ich arbeite. Und ja – mich kann man auch buchen.“

Wenn KI zur Informationsquelle wird

Der Fall wirft eine Frage auf, die weit über eine Namensverwechslung hinausgeht: Was passiert, wenn eine KI nicht nur einen falschen Fakt wiedergibt, sondern Informationen über zwei reale Menschen zu einer scheinbar plausiblen Biografie zusammensetzt?

Für Betroffene ist kaum nachvollziehbar, wer eine solche Antwort bereits gesehen hat. Noch weniger lässt sich feststellen, wer sie geglaubt und seine Entscheidung daraufhin getroffen hat.

Gerade die Eindeutigkeit, mit der KI-generierte Antworten formuliert werden können, macht Fehler dieser Art problematisch. Denn wer eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage erhält, muss zunächst einen Grund haben, an dieser Antwort zu zweifeln.

Bereits in den Medien

Radio Erft hat den Fall im September 2026 aufgegriffen und über die Verwechslung und die falsche Todesmeldung berichtet.

[Beitrag von Radio Erft ansehen]

Über Tanja Rauth

Tanja Rauth ist freie Rednerin aus Brühl bei Köln und seit 2019 als „Die Glücksbotschafterin“ tätig. Sie gestaltet freie Trauungen, Erneuerungen von Eheversprechen sowie Willkommenszeremonien für Kinder und Hunde.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das neurodiverse Heiraten. Dabei beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Hochzeiten so gestaltet werden können, dass sie zu den Menschen und ihren individuellen Bedürfnissen passen.

Tanja Rauth arbeitet vor allem in Brühl, Köln, Bonn und Nordrhein-Westfalen und ist auch überregional als freie Rednerin tätig.

Pressekontakt

Tanja Rauth
Die Glücksbotschafterin
Freie Rednerin
Brühl bei Köln

E-Mail: Tanja@diegluecksbotschafterin.de
Telefon: 0151 42338226

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